Verfärbung des Vaginalausflusses

Welche Farbe hat der Ausfluss aus der Scheide?

 

Das abgesonderte Sekret aus der Vagina beurteilen Frauen sehr unterschiedlich – das macht es häufig schwer, die Situation richtig einzuschätzen. Fakt ist: Verändern sich Farbe, Geruch und Konsistenz des Vaginalausflusses, kann das ein Zeichen für eine Infektion durch Viren oder Bakterien sein.

 

 

1. Farbe, Konsistenz und Geruch von Scheidenausfluss

Der Scheidenausfluss, med. Fluor genitalis, gibt Hinweise auf die Gesundheit der Scheide. Fluor an sich ist noch kein Anzeichen einer Krankheit – täglich etwas Ausfluss ist ganz normal! Denn die Absonderung des Sekrets ist Teil der körpereigenen Abwehrfunktion: Die Scheide schützt sich damit u.a. vor eindringenden Krankheitserregern.

Der Schleim einer gesunden Scheide ist geruchs- und farblos bzw. weißlich. Die Menge ist von Frau zu Frau unterschiedlich – und verändert sich je nach Zyklus-Phase: Reichlich klarer, nicht riechender Fluor, der in der Zyklusmitte auftritt, spricht für einen - von einigen Frauen manchmal fälschlich als krankhaft wahrgenommen - normalen Ausfluss, der durch die zyklusbedingte Östrogenstimulation zustande kommt.

Die Kennzeichen eines gesunden Vaginalausflusses sind:

  • saurer pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4
  • Ausfluss riecht nicht 
  • im Sekret befinden sich ausreichend Laktobazillen (Milchsäure)
  • Reichlich Vaginalepithelzellen
  • keine Leukozyten
  • Es liegen keine Beschwerden wie Jucken, Brennen oder Verfärbung vor.

Die Milchsäurebakterien gewährleisten die Stabilität des gesunden Scheidenmilieus und verhindern eine Fehlbesiedlung der Scheide durch schädliche Bakterien und Erreger. Wird die saure Scheidenflora gestört, begünstigt dies die Entstehung einer Scheidenentzündung.

 

Riecht der Vaginalausfluss übel oder ist er bräunlich oder gelb?  

Haben Sie Veränderungen am Vaginalausfluss festgestellt, ist es sinnvoll, das Sekret aus der Scheide nach Farbe, Konsistenz und Geruch zu beurteilen: Z.B. der Scheidenpilz (Vaginalmykose) geht häufig mit weißlich-gelbem Ausfluss mit cremig-käsiger Konsistenz einher.

Riecht der Ausfluss stark „fischig“, ist das häufig ein Hinweis auf eine bakterielle Vaginose (BV), eine Fehlbesiedelung der Scheide überwiegend mit dem Bakterium Gardnerella vaginalis

Mögliche Ursachen für veränderte Farbe und Konsistenz des Scheidensekrets können auch sein:

 

2. Psychologischer Scheidenausfluss

Bei vermehrtem Ausfluss aus der Scheide ist es wichtig, zwischen psychologischen und pathologischen Ursachen zu unterscheiden.

Bei einem großen Teil der Frauen liegt der vermehrten Absonderungen des Sekretes aus der Scheide (ohne Verfärbung des Ausflusses, Geruch, Jucken oder Brennen) keine organische Ursache zu Grunde. Hier kommen  psychologische Ursachen, wie Stress, Emotionen usw. infrage.

Die Menge des Scheidenausflusses variiert von Frau zu Frau und hängt von vielen Faktoren ab, wie dem hormonellen Zustand oder sexueller Erregung. Deswegen ist die Bewertung des Ausflusses durch die Frau anhand der Menge eher subjektiv.

Ein vermehrter geruchsloser und weißlicher Fluor genitalis in der Schwangerschaft oder der Zyklusmitte gilt als normal.

 

3. „Pathologischer“/ „krankhafter“ Scheidenausfluss

Eine Kolpitis (Entzündung der Vagina) ist die häufigste Ursache für einen bedenklichen Scheidenausfluss. Erste Hinweise auf einen krankhaften Scheidenausfluss geben dessen Farbe, Konsistenz und Geruch: Ist der Ausfluss von der Farbe her gelb, grünlich, bräunlich oder blutig, die Konsistenz dünnflüssig, bröckelig oder schaumig und der Geruch  neutral bis hin zu stark übel riechend, können das Signale für eine krankhafte Veränderung sein.

Typische Begleit-Symptome Kolpitis:

 

4. Wie geht die Diagnose?

Bei deutlichen und andauernden Veränderungen und Beschwerden, konsultieren Sie den Frauenarzt! Die Anamnese einer vaginalen Infektion beinhaltet:

 

Was können die Veränderungen des Scheidenausflusses bedeuten? Ein Überblick:

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Unterschiedliche Merkmale des Fluor vaginalis Mod. Nach Mylonas und Friese (2007), Mylonas und Bergbauer (2011)
 

Eine vaginale Infektion wird durch folgendes diagnostiziert:

 

Links, die Sie interessieren könnten:

 
Quellen:
Friese, Klaus & Mylonas, Ioannis & Schulze, Andreas (2013): Infektionserkrankungen Der Schwangeren und Des Neugeborenen. Springer Verlag Berlin.
Gätje, Regine & Eberle, Christine  (2011): Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag.
H. Mader, Frank (2013): Allgemeinmedizin und Praxis: Anleitung in Diagnostik, Therapie und Betreuung. Facharztprüfung Allgemeinmedizin. Springer Berlin Verlag.
Skibbe, Xaver & Löseke, Andrea (2013): Gynäkologie und Geburtshilfe für Pflegeberufe. Thieme Verlag.
 
 
 
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