Regelmäßige Vorsorge beim Frauenarzt ist ein Muss!

Was passiert bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung?

Gynäkologische Untersuchung © Zsolnai Gergely - Fotolia.com

 

Der Besuch beim Frauenarzt muss nicht immer mit dem Auftreten von Intimbeschwerden zusammenhängen. Bei der gynäkologischen Untersuchung handelt es sich vielmehr um eine wichtige Vorsorgeuntersuchung bzgl. möglicher Veränderungen seit dem letzten Besuch.

Eine regelmäßige Kontrolle beim Gynäkologen ist besonders für die Früherkennung von Brust-  und Gebärmutterhalskrebs entscheidend.

 

Vorbereitung auf den Untersuchungstermin

  • Notieren Sie, welche Symptome, Beschwerden oder gesundheitlichen Probleme vorliegen, damit Sie nicht vergessen, was Sie beim Besuch ansprechen wollen.
  • Falls Sie zum ersten Mal in der Praxis sind, müssen Sie vermutlich einige Formulare ausfüllen, die den neuen Arzt hinsichtlich medizinischer Vorgeschichte, Medikamenteneinnahme, Allergien gegen bestimmte Wirkstoffe, Rauchen, Drogen etc. informieren.
  • Es ist wichtig, dass Sie 24 Stunden vor der gynäkologischen Untersuchung auf Scheidenspülungen, vaginale Medikamente, Tampons und Sex verzichten. Unter Umständen kann dies sonst das Ergebnis des Abstrichs und der Urinprobe unter Umständen verfälschen.

 

Wie verläuft die gynäkologische Untersuchung?

  • In manchen Praxen werden die Patientinnen zunächst von einer Arzthelferin gewogen. Sie misst meist auch den Puls und den Blutdruck, bevor der Arzt kommt.
  • Bei Untersuchungen auf Blasen- und Nierenprobleme bittet der Arzt Sie normalerweise, eine Urinprobe abzugeben.
  • Am Anfang des Gesprächs klärt der Arzt normalerweise den Grund des Besuches ab, die letzte Periode bzw. die Regelmäßigkeit der Periode, Sexualleben, momentane Intimbeschwerden (falls vorhanden), Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Verhütungsmethoden, Sexualität, persönlichen Stress, etc.

 

Was passiert bei der gynäkologischen Untersuchung?


1. Die Grunduntersuchung

Nachdem Sie mit dem Arzt alle wichtige Fragen besprochen haben, kommt es zur gynäkologischen Untersuchung. Viele Frauen haben Angst davor oder fühlen sich unwohl, da sie sich für die Untersuchung ausziehen sollen. Aber das ist ganz normal, dafür brauchen Sie sich nicht zu schämen.

Wenn Sie sich entkleidet haben, kommt der Arzt ins Behandlungszimmer. Hier setzen Sie sich auf den gynäkologischen Stuhl. Zu Beginn wird der Frauenarzt Sie vermutlich komplett untersuchen. Dazu gehören oft auch der Kehlkopf, Hals, Nase, Ohren, Herz, Lymphknoten am Hals sowie die Schilddrüse.

Danach wird er Ihre Brüste abtasten und ggf. Röntgenaufnahmen der Brust anordnen. Weiterhin tastet er den Bauch an bestimmten Stellen sanft ab, um ihn auf Veränderungen oder erhöhte Empfindlichkeit zu überprüfen.

 

2. Die Unterleibsuntersuchung

Nach der Grunduntersuchung werden Ihre äußeren und inneren Geschlechtsorgane überprüft. Dafür müssen Sie sich auf den Rücken legen und die Beine anheben. Diese Position ermöglicht dem Arzt die beste Sicht für die innere Untersuchung. Damit sich die Patientinnen ruhiger und entspannter fühlen, sagen viele Ärzte während der Untersuchung, was sie gerade machen oder herausgefunden haben.

 

3. Genitalbereich abtasten

Für die innere Untersuchung des Genitalbereichs zieht der Arzt aus hygienischen Gründen dünne Schutzhandschuhe an. Dann schaut er sich die großen und kleinen Schamlippen, die Klitoris, die Sekret-Drüsen auf den beiden Seiten des Scheideneingangs, den Ausgang der Harnröhre sowie die Scheidenöffnung an. Dabei legt er besonderes Augenmerk auf Reizungen, Entzündungen, farbliche Veränderungen der Haut, Anzeichen von Genitalinfektionen, Verfärbung des Scheidenausflusses oder andere Anomalien.

 

4. Die Scheide und der Gebärmutterhals – die Untersuchung mit Spekulum

Im Anschluss untersucht der Frauenarzt die Scheide mithilfe eines Spekulums. Das schmale vorgewärmte Metall-Instrument ist im Normalfall mit Gleitmittel bestrichen. Je nach Größe der Scheide, gibt es unterschiedliche Größen des Spekulums.

Mit den beweglichen Blättern des Spekulums kann der Arzt die aneinander liegenden Scheidenwände vorsichtig auseinanderschieben. Auf diese Weise werden Gebärmutterhals und Scheide gut sichtbar. Der Vorgang ist in der Regel völlig schmerzfrei, beim Spreizen kann ein leichtes Druckgefühl in der Scheide entstehen.

 

5. Der Pap-Test

Nun wird vom Gebärmutterhals ein Abstrich (Zervixabstrich) entnommen. Das ist einer der wichtigsten Bestandteile der gynäkologischen Untersuchung. Der Abstrich wird auch PAP-Test oder PAP-Abstrich genannt. Die Abkürzung steht für Papanicolaou-Test – benannt nach dem Arzt, der den Test entwickelt hat.

Der Gynäkologe untersucht anschließend das Sekret aus dem Abstrich unter dem Mikroskop auf Entzündungserreger und Anomalien.

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Der Pap-Test ist wichtig für die Gebärmutterhalskrebsvorsorge. Bild: © kasto - Fotolia.com

 

6. Kolposkop

Mit dem Kolposkop lässt sich der Muttermund in mehrfacher Vergrößerung detailliert untersuchen. Das Untersuchungsmikroskop wird nicht in die Scheide eingeführt, sondern steht vor dem Scheideneingang.

 

7. Abasten der Gebärmutter und der Eierstöcke

Der Frauenarzt tastet dabei mit einem oder zwei Fingern in der Scheide und mit der anderen Hand auf dem Unterbauch nach der Gebärmutter und den Eierstöcken. Somit werden Größe, Form und Lage der Gebärmutter geprüft sowie etwaige auffällige Veränderungen im Bereich der Eileiter und der Eierstöcke festgestellt, z. B. ob die Eierstöcke Zysten haben.

Wenn der Arzt etwas Auffälliges feststellt, kann er zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchführen.

 

8. Tastuntersuchung der Brust

Zum Schluss tastet der Frauenarzt Ihre Brüste und Achselhöhlen nach auffälligen Knoten oder Verhärtungen im Gewebe ab. Das ist ein wichtiger Teil in der Brustkrebsvorsorge.

Die ärztliche Schweigepflicht

Gerade bei jungen Frauen spielt die Vorsorgeuntersuchung eine wichtige Rolle, da sie sich beim Frauenarzt umfassend über Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und sexuell übertragbare Krankheiten informieren können.

Bei jungen Mädchen sollte der erste Besuch zum Frauenarzt spätestens dann erfolgen, wenn sie Verhütungsmittel brauchen, Beschwerden (beim Sex oder während der Periode) haben oder ungeschützten Sex hatten, die Menstruation regelmäßig ausbleibt oder die Gefahr von sexuell übertragbaren Krankheiten besteht.

Sowohl bei minderjährigen Patientinnen als auch bei Erwachsenen untersteht der Frauenarzt der ärztlichen Schweigepflicht.

Wissenswertes: Wenn Sie wissen wollen, ob eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung während der Periode/Regel möglich ist, dann lesen Sie hier mehr dazu.

 

Links, die Sie interessieren könnten:

 
Quellen:
Sollie, Eddie C. & Kovacs, Heike (1995): Klartext mit dem Frauenarzt.
Stauber, Manfred & Weyerstahl, Thomas (2007): Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag Stuttgart
 
 
 
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