Verfärbung des Ausflusses durch Geschlechtskrankheit

Gelb-grünlicher Ausfluss: Trichomonas Vaginalis

Ein gelb-grünlicher, schaumiger und nach Fisch riechender Ausfluss aus der Scheide sowie brennende Schmerzen und Jucken im Genitalbereich weisen auf eine Trichomonas Vaginalis-Infektion hin. Die Infektion ist weltweit die häufigste sexuell übertragene Krankheit.

 

Die Trichomonaden-Infektion ist weltweit die häufigste sexuell übertragene Krankheit© Piotr Marcinski - Fotolia.com

Trichomonas vaginalis ist ein Parasit, der die Scheidenflora oder die männliche Prostata bzw. Samenblase besiedelt. Der Erreger kommt auch oft im Scheidensekret vor - zunächst auch ohne Beschwerden zu verursachen.

Die Inkubationszeit beträgt etwa eine Woche, kann aber auch zwischen drei und 28 Tagen liegen. In 20 bis 25 % der Fälle verläuft eine Trichomonaden-Infektion symptomlos.

 

1. Häufigkeit der Trichomonas-Vaginalis-Infektion

Die Trichomoniasis ist weltweit die häufigste genitale Erkrankung mit geschätzt 180 Mio. Fällen pro Jahr. In den USA rechnet man mit jährlich rund 5 Mio. Neuerkrankungen, verglichen mit 3 Mio. Fällen von genitalen Chlamydien. In Deutschland sind nach Schätzungen rund 2 % der Frauen von Trichomoniasis betroffen.

 

2. Übertragung der Infektion

Die Übertragung bzw. die Ansteckung mit der Infektion erfolgt durch einen direkten Kontakt, z.B. beim Geschlechtsverkehr. Nach Übertragung des Erregers durch Schleimhautkontakt kommt es nach fünf bis 30 Tagen bei Frauen zu einer vaginalen Entzündung. Oft ist die Harnröhre mitbefallen.

Auch bei Neugeborenen und Kindern besteht das Risiko von Ansteckung mit einer Trichomoniasis. Bei der vaginalen Geburt kommen die Trichomonaden durch Schmierinfektion auf das Neugeborene. Eine Trichomonadeninfektion des Kindes muss somit nicht mit einem Sexualdelikt verbunden sein.

Eine Trichomonaden-Infektion erhöht deutlich die Gefahr von einer HIV-Infektion, Sterilität und Frühgeburten.

 

3. Risikofaktoren

Die indirekte Übertragung durch gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Saunabänken, Toilettensitzen oder Whirlpools ist ebenfalls möglich, jedoch sehr selten. Denn Trichomonaden können nur kurz, max. 30 Minuten, ohne Wirt überleben.

Trichomonaden fühlen sich bei einem Scheiden-pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5 wohl und gehen somit sehr häufig mit der bakteriellen Vaginose einher.

4. Symptome bei einer Trichomonas-Vaginalis-Infektion

Die Trichomonadeninfektionen verlaufen bei der Hälfte der Frauen symptomlos, bei Männern ist das fast immer der Fall.

4.1 Typische Symptome bei Frauen 

Zu den typischen Symptomen einer Trichomonadeninfektion gehören eine Kolpitis mit dünnflüssigem und grünlich-gelbem, schaumigem, übelriechendem Ausfluss (Fluor) sowie Brennen und Juckreiz in der Vagina.

Bei 60 bis 85 % der Frauen kommt der Erreger auch in der Harnröhre vor und kann dort zu Harnwegsinfektionen führen.

Die Trichomoniasis kann auch durch andere Infektionen wie z.B. eine bakterielle Vaginose, Pilzerkrankung, Gonokokkeninfektion oder eine Chlamydien-Infektion ausgelöst werden.

Weitere Symptome sind:

Häufig entstehen Schaumbläschen im Ausfluss (Fluor) als Folge der bakteriellen Vaginose. Ein normaler Scheiden-pH-Wert schließt eine Trichomoniasis nicht aus. Bei einer heftigen Trichomonaden-Infektion kann es zu einer begleitenden Scheidenentzündung (Vulvitis) kommen.

4.2 Typische Symptome bei Männern

Bei Männern besiedeln die Trichomonaden die Harnröhre, gelangen unter die Vorhaut und die Prostata. Hinzu kommt eine schmerzhafte Entzündung der Harnröhre bzw. der Eichel oder der Vorhaut.

Bei Männern verläuft die Erkrankung häufig ohne spürbare Symptome. Es werden aber auch Urethritis und Prostatitis beobachtet.

4.3 Trichomoniasis bei Schwangerschaft und Neugeborene

Eine nachgewiesene Trichomonas-vaginalis-Infektion in der Schwangerschaft kann zu folgenden Komplikationen führen:

  • vorzeitige Wehentätigkeit

  • vorzeitiger Blasensprung

  • Frühgeburt

  • niedriges Geburtsgewicht

  • Übertragung der Infektion bei der Geburt auf das Baby

5. Diagnostik

Durch einen Vaginalabstrich oder eine Untersuchung des Harnröhren-Sekrets (Urethralsekret) lässt sich die Infektion bei der mikroskopischen Untersuchung nachweisen. Beim Vorliegen einer Trichomoniasis muss auch auf Gonorrhö und eine HIV-Infektion untersucht werden.

6. Therapie

Die Therapie erfolgt in den meisten Fällen mit Medikamenten z.B. (Nitroimidazolderivate wie Metronidazol), die lokal oder oral eingenommen werden. Bei der Trichomonas-vaginalis-Infektion muss auch der Partner/die Partnerin mitbehandelt werden.

7. Prävention einer Trichomonas-Vaginalis-Infektion

Die Anwendung eines Kondoms bietet einen guten Schutz vor genitalen Infektionen. Eine regelmäßige Untersuchung beim Frauenarzt gehört ebenfalls dazu.

 

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Quellen:

Friese,Klaus & Mylonas, Ioannis & Schulze, Andreas (2013): Infektionserkrankungen Der Schwangeren und Des Neugeborenen. Springer Verlag Heidelberg.
Rath, Werner (2005): Erkrankungen in der Schwangerschaft: 177 Tabellen. Georg Thieme Verlag Stuttgart.
Neumann, G. & Hubert, Heinz (2010): Gynäkologische Infektionen. Springer Verlag Heidelberg.
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