Syphilis (Lues)

Das erste Symptom ist ein schmerzloses hartes Geschwür, da innerhalb von 10 Tagen bis 3 Monaten auftritt. © tashatuvango - Fotolia.com

Syphilis (Lues – „harter Schanker“) ist eine chronische Infektionskrankheit, die vorwiegend durch sexuelle Kontakte übertragen wird.

Syphilis wird oft durch Infektionen mit dem Bakterium Treponema pallidum ausgelöst, das durch kleine Verletzungen der Schleimhaut oder Haut in den Körper eindringt. Auch eine Übertragung der Infektion des ungeborenen Kindes durch die Mutter ist möglich.

 

1. Infektionsübertragung von Syphilis

Syphilis wird hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Syphilisbakterien finden sich in großer Zahl in dem kurz nach der Ansteckung entstehenden Geschwür. Bei engem Haut- oder Schleimhautkontakt können sich die Bakterien durch die Verletzungen in den Körper anderer Menschen eindringen.

Weitere mögliche Infektionswege:

  • Übertragung während der Geburt des Kindes

  • Blut- oder Blutprodukte, die von einer infizierten Person stammten

  • Gebrauch von Spritzbestecken und stechenden Rasierklingen, Tätowiernadeln etc. mit einer infizierten Person.

  • Bei offenen Hautveränderungen oder beim direkten Kontakt mit Wunden, infiziertem Blut oder Wundsekret kann die Infektion relativ leicht weitergegeben werden. 

 

2. Krankheitsbild

Die Syphilis-Infektion hat vielfältige Symptome und verläuft in verschiedenen Stadien.
Je nach Sexualpraktik sind häufige Orte der Erstinfektion Schamlippen, Muttermund, Scheide, Mund, Zunge, Lippen, After und Brustwarze. Aus diesem Grund bietet auch die korrekte Anwendung von Kondom keinen völlig ausreichenden Schutz.

 

Symptome bei Syphilis

Das erste Symptom ist ein schmerzloses hartes Geschwür, da innerhalb von 10 Tagen bis 3 Monaten auftritt.
Zunächst verursacht die Infektion typische Haut- und Schleimhautveränderungen und kann unbehandelt viele Jahre später auch Herz, Kreislauf und zentrales Nervensystem befallen.
Die Syphilis lässt sich durch direkten Nachweis der Erreger aus dem Wundsekret sowie von Antikörpern im Blut diagnostizieren.

 

Dabei werden drei Stadien der Infektion beobachtet.

2.1 Primärstadium

Hier bildet sich an der Eintrittsstelle der Erreger ein schmerzloses dunkelrotes Knötchen, das dann aufbricht, zu einem Geschwür wird und nach einigen Wochen wieder abheilt. Ein bis zwei Wochen danach entwickelt sich eine schmerzlose Leistenlymphknotenschwellung

2.2 Sekundärstadium

Das zweite Stadium tritt vier bis zehn Wochen später ein und ist durch wechselnde Symptome gekennzeichnet, z.B. Mundschleimhaut- und Mandelentzündungen, übermäßige Hornhautbildung an den Füßen, Lymphknotenschwellungen und -verhärtungen. Hautausschlag innerhalb von 3 bis 6 Wochen ist häufiges Symptom im zweiten Stadium. Weitere Beschwerden sind:

  • nässende Warzen im Genitalbereich

  • fleckförmiger Haarausfall

  • Sehstörungen

  • Fieber

  • Anschwellen der Lymphknoten

  • Allgemeines Krankheitsgefühl

2.3 Tertiästadium

Während des dritten Stadiums kommt es zur Bildung von Knoten und Tumoren, die in allen Organen zu finden sein können. Das Zentralnervensystem wird befallen. Typische Symptome sind Schmerzen in den Bauch oder die Beine, Gehstörungen etc.

 

3. Behandlung

Mit geeigneten Antibiotika kann die Syphilis heute unter gynäkologischer Aufsicht sicher und effektiv behandelt und geheilt werden. Die Behandlung der Infektion ist durch eine konsequente und lange Penicillintherapie heilbar. Der Partner muss grundsätzlich auch mitbehandelt werden. Auch während der Schwangerschaft wird Syphilis mit Penicillin behandelt, um das ungeborene Kind von einer Ansteckung zu schützen.

Links, die Sie interessieren könnten:

 

Quellen:
DHV (2014): Schwangerenvorsorge durch Hebammen. Hippokrates Verlag Stuttgart.
Hoffbauer, Gabi (2005): Gerne Frau!: Mein Körper - meine Gesundheit. Springer Verlag Heidelberg
Diese Website nutzt Cookies sowie den Facebook-Pixel, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Auch kann mit Hilfe von Cookies nachvollzogen werden, wie unsere Marketingmaßnahmen auf Plattformen wie Facebook verbessert werden können. Informationen zum Facebook-Pixel, zu Cookies und dem Ihnen zustehenden Widerspruchsrecht erhalten Sie in unserem Impressum. Durch die weitere Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden.