Frühgeburtenprophylaxe

Der Begriff der „Frühgeburtenprophylaxe“ beschreibt vorbeugende Maßnahmen um Frühgeburten zu verhindern. Eine davon ist die Vermeidung von Scheideninfektionen.

Die Prävention der Frühgeburt besteht für Hebammen und Ärzte darin, Risikogruppen und Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen, die Schwangeren öfter zu kontrollieren und gezielt aufzuklären, ohne Ängste zu erzeugen.

 

1. Wann wird eine Geburt als "Frühgeburt" bezeichnet?

Unter einer Frühgeburt bzw. vorzeitigen Wehentätigkeit wird verstanden, wenn die Geburt vor der vollendeten 37. SSW eintritt.

 

2. Einteilung der Frühgeburten nach dem Gestationsalter:

  • extrem frühe Frühgeburt: < 24 + 0 SSW

  • sehr frühe Frühgeburt: 24 + 0 bis 27 + 6 SSW

  • frühe Frühgeburt: 28 + 0 bis 33 + 6 SSW

  • späte oder terminnahe Frühgeburt: 34 + 0 bis 36 + 6 SSW.

Dabei wird oft zwischen einer induzierten Frühgeburt (vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft aufgrund einer mütterlichen Erkrankung) und einer spontan eingetretenen Frühgeburt (nach vorzeitiger Wehentätigkeit mit Eröffnung der Zervix).

Frühgeburten können sowohl mit spontaner Wehentätigkeit als auch als geplante Intervention vorkommen. Im Vergleich zur terminierten Geburt werden bei Frühgeburten vorzeitiger Blasensprung, vorzeitige Plazentalösung, vaginale Blutungen, Mehrlingsschwangerschaften oder Allgemeinerkrankungen der Mutter beobachtet.

Obwohl die Zahl von Frühgeburten in Europa in den letzten Jahren nicht deutlich sinkt, haben sich die Überlebenschancen für die Frühgeborenen deutlich verbessert.

 

3. Ursachen und Risikofaktoren für eine Frühgeburt

Mütterliche Risikofaktoren: Stress, Angst, Depression, ungesunde Lebensweise (Rauchen, Alkohol, Drogen), Genetik, (Scheiden)Infektionen, Fehlgeburt.

Auch Nikotin-, Drogen- und Alkoholkonsum stehen in statistischer Beziehung zur Frühgeburtlichkeit. Das Auftreten von Infektionen wie die bakterielle Vaginose weist einen signifikanten Zusammenhang mit den Frühgeburten auf.

Fetale Risikofaktoren: Fehlbildungen, Rh-Inkompatibilität, Chromosomenanomalien

Plazentare Risikofaktoren: Präeklampsie, Placenta praevia

Vorzeitige Wehen weisen auf das Leitsymptom hin, dass ein Verdacht auf Frühgeburt nachlegt.

 

4. Vorzeigte Wehen werden definiert als:

  • 4 Kontraktionen in 30 Minuten

  • 8 Wehen während 60 Minuten

  • Zervixlänge < 25 mm und/oder Trichterbildung

 

Typische Symptome bei Wehentätigkeit:

  • "Hartwerden" des Bauches

  • menstruationsähnliche Beschwerden

  • ziehende Schmerzen im unteren Rückenbereich

  • Druckgefühl im Bereich des kleinen Beckens

Die Früherfassung eines Risikos erfolgt durch Anamnese, Kontrolle des Vaginalen-pH-Wertes der Vaginalabstrich etc.

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