Die Scheidenflora

 

1. Scheidenmilieu

Als „Scheidenflora“ oder auch „Vaginalflora“ wird die natürliche Besiedelung der Scheide/Vagina mit Keimen bezeichnet. Sie reguliert das Milieu der Scheide und erfüllt wichtige gesundheitliche Aufgaben.

Die Schleimhaut der Scheide (Vagina) ist mit einem mehrschichtigen Plattenepithel ausgekleidet. In der Scheidenflora sorgen Milchsäure-Bakterien (Döderlein-Stäbchen) für einen sauren vaginalen pH-Wert von 4 - 5. Der Säuremantel schützt die Genitalorgane vor aufsteigenden Infektionen und die Vermehrung anaerober Bakterien und Keimen. Der saure pH-Wert der Scheide stellt allerdings auch für die Spermien ein Hindernis dar.

Bei Stärkung der Laktobazillenflora ist eine vaginale Infektion mit pathogenen Keimen leicht möglich, da durch den verminderten Säuregehalt eine Vermehrung schädlicher Erreger in der Scheide nicht verhindert wird.

 

2. Döderlein-Stäbchen (Laktobazillen)

Die Laktobazillen, die bei gesunden Menschen vorkommen, sind gute Bakterien, die die Normalflora darstellen und keine krankhafte Wirkung haben. Sie produzieren Milchsäure aus Glukose. Das Glykogen im Vaginalepithel wird zur Glukose und stellt die wichtigste Substanz für die Laktobazillen dar, die sie in Milchsäure verwandeln.

Gleichzeitig ist ein Teil der Döderlein-Stäbchen in der Lage, Wasserstoffperoxid (H2O2)zu produzieren, das für viele Mikroorganismen toxisch ist. Im Vergleich zu schädlichen Keimen können sich die Laktobazillen auch in relativ saurem Milieu vermehren und haben damit ein Wachstumsvorteil gegenüber Krankheitsbakterien.

Viele Studien zeigen, dass die dominierende Laktobazilenflora häufig durch das Menstruationsblut und durch das Sperma gestört wird, d.h. der pH-Wert wird angehoben und verschiebt sich in den alkalischen Bereich, deswegen treten häufig Pilzinfektionen auf.

Weiterhin sind die Laktobazillen die einzigen Bakterien, die kein Eisen für ihre Enzyme der Energiegewinnung benötigen, sondern Molybdän. Wenn nun Eisenmoleküle in Form von Menstruationsblut bzw. Samenzellen in die Scheide gelangen, haben die übrigen Bakterien einen Vorteil und können sich vermehren, denn ohne Eisen können eben nur die Laktobazillen gut leben.

 

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