Geschlechtskrankheiten - Symptome und Behandlung

Gelber & klebriger Ausfluss: Chlamydien-Infektion?

Die Chlamydien-Infektion erfolgt vorwiegend durch ungeschützten Sex, Oral- und Analverkehr © marinasvetlova - Fotolia.com

 

Bei sexuell übertragbaren Krankheiten hilft erst mal nur eins: aufklären. Die Infektion mit Chlamydien ist eine der am häufigsten vorkommenden sexuell übertragbaren Krankheiten – doch sie ist gut mit Antibiotika behandelbar.

 

1. Was sind Chlamydien?

Die Genital-Infektion wird vom Bakterium Chlamydia trachomatis (Chlamydiaceae, Serotypen D-K) verursacht und gilt heutzutage als eine der häufigsten sexuell übertragbaren bakteriellen Erkrankungen, weit häufiger als Gonorrhoe oder Syphilis.

Chlamydien sind sehr kleine, unbewegliche Bakterien. Sie vermehren sich intrazellulär und sind auf eine Wirtszelle angewiesen.

Insbesondere können sexuell aktive Menschen davon betroffen sein. 1-5 % aller sexuell aktiven Frauen könnten laut Statistiken infiziert sein. In 90 % der Fälle verläuft die Infektion bei Mann und Frau asymptomatisch.

 

2.Wie werden Chlamydien übertragen?

Die Übertragung der Bakterien erfolgt vorwiegend durch ungeschützten Sex, Oral- und Analverkehr. Bei häufig wechselnden Sexualpartnern steigt das Risiko der Infektionsgefahr. Eine Ansteckung ist schon beim Petting möglich.

Risikofaktoren:

  • wechselnde Sexualpartner
  • Prostitution
  • ungeschützter Sex (ohne Kondom)
  • Oral- und Analsex
  • keine Partneraufklärung und –mitbehandlung

 

3. Wie verläuft die Chlamydien-Infektion?

Die ersten Symptome zeigen sich meist erst nach einer Inkubationszeit von ca. 1 – 3 Wochen. Die Chlamydien-Infektion verläuft bei Männern und Frauen unterschiedlich. Während die Chlamydien sich in der Zervix (Gebärmutter) nur einige Monate halten können, können sie in den Eileitern viele Jahre überleben. Das richtet bei den Frauen oft große Schäden in den Eileitern an.

In 90% der Fälle verläuft die Infektion symptomlos

Chlamydien vermehren sich intrazellulär und breiten sich dadurch vergleichsweise langsam aus. Die Infektionen lösen deswegen häufig erst einmal kaum bzw. keine spürbaren Beschwerden aus. Das ist auch der Grund, warum Chlamydien-Infektionen oft erst sehr spät erkannt werden.

 

4. Typische Symptome bei einer Infektion mit Chlamydien:

Chlamydia trachomatis ist der Erreger der chlamydialen Urethritis des Mannes (CU) und der chlamydialen Zervizitis (CZ) der Frau.

 

4.1 Symptome bei Frauen

Juckreiz der Scheide, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen. Häufig kommt eine Entzündung am Muttermund sowie ein gelblicher oder eitriger Ausfluss aus der Scheide hinzu.

 

4.2 Symptome bei Männern

Juckreiz, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie ein eitriger Ausfluss aus der Harnröhre gehören zu den häufigsten Symptomen einer Chlamydien-Infektion beim Mann.

 

5. Folgeerkrankungen der unbehandelten Infektion

Eine unbehandelte Infektion kann aufsteigen und schlimme Konsequenzen haben. Bleibt die Infektion bei Frauen unbehandelt, kann es zur Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) oder der Eileiter kommen. Sind beide Eileiter betroffen, führt das in der Regel zur Unfruchtbarkeit (Infertilität) der Frau.

Auch Männer können von Entzündungen der Prostata und der Nebenhoden sowie von Unfruchtbarkeit betroffen sein. Wird die Chlamydien-Infektion rechtzeitig entdeckt, ist sie in der Regel gut behandelbar.

Folgeerkrankungen sind:

  • Sterilität
  • chronische Unterbauchschmerzen
  • Pneumonie
  • Genitalinfektion

 

6. Chlamydien-Infektion in der Schwangerschaft

Eine Chlamydien-Infektion in der Schwangerschaft erhöht das Risiko von:

 

7. Diagnostik

Der Arzt stellt die Infektion durch ein Screening fest. Da sich Chlamydien innerhalb der Zellen vermehren, sind ein zellreicher Abstrich von der Harnröhre oder dem Gebärmutterhals und eine Urinprobe entscheidend für die Diagnostik.

Ein guter Zeitpunkt für den Zervixabstrich ist die Zeit nach der Periode oder im Wochenbett. Die Mitte des Zyklus, wenn viel Scheidensekret vorhanden ist, ist der ungünstigste bzw. schlechteste Zeitpunkt.

Eine andere verlässliche Methode zur Diagnostik ist die Polymerasekettenreaktion (PCR). Dabei werden infizierte Zellen im Labor auf das Vorhandensein der genetischen Substanz von Chlamydien getestet.

Das Screening auf Chlamydia trachomatis zu Beginn einer Schwangerschaft erfolgt in Deutschland routinemäßig. Es sollte bei der 1. Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung sowie zwischen der 30. und 34. SSW nach Einverständnis der Mutter vorgenommen werden.

 

8. Therapie

Eine Chlamydien-Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Beim Nachweis einer Chlamydien-Infektion ist es überaus wichtig, dass sich auch der Partner einer Untersuchung und ggf. Behandlung unterzieht, um einen „Ping-Pong-Effekt“ zu vermeiden.

 

9. Prävention und Vorbeugung einer Chlamydien-Infektion

Die Verwendung eines Kondoms bietet einen optimalen Schutz vor genitalen Infektionen mit Chlamydia trachomatis.

Während der Therapie sollten Sie vollständig auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Rund drei Wochen nach Abschluss der Behandlung ist eine Kontrolle bzw. Laboruntersuchung empfehlenswert, um sicherzustellen, dass die Therapie erfolgreich war.

Derzeit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen Chlamydien-Test bei sexuell aktiven Frauen bis zum 25. Lebensjahr.

 

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Quellen:

Mendling,  Werner (2006): Vaginose, Vaginitis und Zervizitis. Springer Verlag Heidelberg.
Petersen, Eiko-E (2003):Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe: Lehrbuch und Atlas. Thieme Verlag.
Schneider, Henning (2011):Die Geburtshilfe. Springer Verlag Berlin.
Suttorp, Norbert & Mielke, Martin (2003): Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln. Thieme Verlag
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