Präventive Maßnahmen in der Schwangerschaft

Wie lässt sich ein Dammriss vorbeugen?

Am besten lässt sich ein Riss in aufrechter Stellung vermeiden, da in dieser Position der natürliche Austreibungsreflex stimuliert wird © rocketclips - Fotolia.com

Eine ganz zentrale Maßnahme zur Vermeidung von Dammrissen ist eine behutsam geleitete Geburt und ein guter Dammschutz.

Präventive Maßnahmen vor der Geburt

Vor der Geburt kann man schon vieles tun, um die Wahrscheinlichkeit eines Dammrisses zu reduzieren. Viel wichtiger ist, dass Frauen nicht nur nach der Geburt, sondern schon vor der Schwangerschaft ein ausgedehntes Beckenbodentraining machen.

Durch gezieltes Beckenbodentraining während der Schwangerschaft wird die entsprechende Muskulatur aufgebaut und gut durchblutet, wodurch sie dehnungsfähiger wird. Dadurch werden das Körperempfinden und die Koordination im Beckenbodenbereich auch deutlich verbessert.

Weiterhin ist eine regelmäßige Massage des Dammes gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel auch sehr hilfreich.

Yoga-Dehnübungen, besonders Hocken, ermutigen die Beckenbänder zur Dehnung und die Beckenbodenmuskeln zur Entspannung.

Wassergeburt: Es gibt viele Studien und Belege dafür, dass Wassergeburten schwere Dammrisse und Dammschnitte vermeidbarer machen.

 

Vermeidung von Dammrissen und Dammschnitt während der Geburt

Gerade in der Austreibungsphase sollte man sich - wenn möglich - Zeit lassen, um den Damm nicht abrupt, sondern langsam an diese starke Überdehnung zu gewöhnen.

Bei der Geburt: Ein spontaner Austritt des Babys erhöht das Risiko eines Risses.

Feucht-heiße Kompressen auf Vulva und Damm, sobald der Kopf auf dem Beckenboden steht und sichtbar wird, können ebenfalls hilfreich sein. Eine Abstützung des Damms mit warmen Kompressen erhöht die Durchblutung des Gewebes und hilft ihm so, sich auszudehnen und zu strecken.

Am besten lässt sich ein Riss in aufrechter Stellung vermeiden, da in dieser Position der natürliche Austreibungsreflex stimuliert wird. Wenn man auf dem Rücken liegt, richtet sich der Druck des kindlichen Kopfes nach unten auf den Damm und die Muskeln zwischen der Scheide und dem After sind der größtmöglichen Spannung ausgesetzt. Hocken entspannt und lockert den Damm optimal. Diese Stellung muss erst eingenommen werden, wenn der Kopf des Babys sichtbar ist und sein Austritt unmittelbar bevorsteht.

Bei Geburten, die in der gestützten Hocke erfolgen, treten Risse meist nur oberflächlich um den Scheidenausgang auf, nicht auf der Scheidenrückwand. Sie sind leicht zu nähen und verursachen kaum Beschwerden oder Schmerzen. Risse zweiten Grades sind seltener.

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Wassergeburt

Es gibt viele Belege dafür, dass Wassergeburten schwere Dammrisse und Dammschnitte vermeidbarer machen und dass ein potentieller Dammriss dann meist nur oberflächlich und klein ist und oft nicht einmal genäht werden muss.

Ein klarer Vorzug der Wassergeburt ist der natürliche Dammschutz, der durch den Wasserdruck zustande kommt: Der Widerstand des Wassers bremst den Kopf des Babys bei den letzten Wehen, wodurch die Gefahr, dass es zu einem Dammriss oder Dammschnitt kommt, deutlich sinkt. Weitere Vorteile der Wassergeburt sind die Schmerzlinderung während der Wehen, der niedrige Energieverbrauch sowie der geringere Blutverlust.

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Quellen:
Balaskas, Janet & Gordon, Yehudi (2009): Der große TRIAS-Ratgeber Schwangerschaft und Geburt.
Tacke, Linda  & Stüwe, Marion (2013): Wochenbett- und Rückbildungsgymnastik. Hyppokrates Verlag Stuttgart.

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