Vaginismus

Schmerzhafte Verkrampfungen der Scheide/Vagina

Beim Vaginismus sind typische Symptome Brennen, Stechen, Schmerzen beim Sex bis zur Unmöglichkeit, etwas in die Scheide einzuführen. Das Eindringen des Penis ist schmerzhaft und sehr unangenehm © Antonioguillem - Fotolia.com

 

1. Was versteht man unter Vaginismus?

Beim Vaginismus reagiert die Scheide sehr sensibel auf Berührungen. Viele Frauen haben Schwierigkeiten und Schmerzen beim Einführen von Tampon, Finger oder Penis.

Vaginismus wird zurzeit medizinisch zu den sexuellen Schmerzerkrankungen gezählt. Vaginismus ist keine Geschlechtskrankheit, nicht ansteckend, keine psychische Krankheit und nicht sexuell übertragbar.

Beim Versuch, etwas einzuführen, verkrampft sich die Scheidenmuskulatur (Beckenboden) reflexartig und unbewusst. Die Anspannung der Beckenbodenmuskeln ist manchmal so stark, dass der Geschlechtsverkehr nicht möglich ist.

 

2. Symptome und Beschwerden beim Vaginismus

Je nach Schweregrad des Vaginismus reichen die Symptome von Brennen, Stechen, Schmerzen beim Sex bis zur Unmöglichkeit, etwas in die Scheide einzuführen. Viele der davon betroffenen Frauen empfinden die Verkrampfung des Beckenbodens als ob die Vagina verschlossen sei oder sie hätten gar keine Öffnung. Weitere Beschwerden sind:

  • Das Eindringen des Penis ist schmerzhaft und sehr unangenehm

  • Schmerzen beim Einführen eines Tampons

  • Brennen, Stechen, Ziehen während des Geschlechtsverkehrs

  • Nach einer Geburt oder Operation leiden manche Frauen unter anhaltenden Schmerzen beim sexuellen Kontakt

files/content/blog/Aaa_CTAs/eBook-Schluss-mit-Tabus-Was-jede-Frau-ueber-Intimbeschwerden-und-Intimhygiene-wissen-sollte-banner.jpg

 

3. Unterschiedliche Ausprägungen von Vaginismus

Manche Frauen können sich gynäkologisch untersuchen lassen, aber keinen Sex haben. Andere können weder eine Untersuchung durchführen noch Geschlechtsverkehr haben oder einen Tampon einführen.

Verschiedene Arten von Vaginismus

Vaginismus kann sowohl jüngere als auch ältere Frauen betreffen. Wenn eine Frau bereits in der Pubertät Schwierigkeiten hatte, einen Tampon einzuführen, wiederkehrende Schmerzen beim Sex oder bei einer gynäkologischen Untersuchung hatte, leidet sie unter primärem Vaginismus. Wenn sie erst nach einer Operation oder der Geburt über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr klagt, leidet sie unter sekundärem Vaginismus.

Nicht alle Frauen leiden unter den gleichen Beschwerden. So gibt es unterschiedliche Ausprägungen der Symptome.

 

3.1. Primärer Vaginismus

Primärer Vaginismus bedeutet, dass eine Frau schon beim ersten Versuch, Sex zu haben, unter Vaginismus leidet. Es ist auch dem Partner nicht möglich, mit dem Penis in die Scheide einzudringen. Er hat das Gefühl, "gegen eine Wand zu stoßen", wo eigentlich die Öffnung der Vagina ist. Jeder Versuch verursacht starke Schmerzen im Genitalbereich, so dass Geschlechtsverkehr verhindert wird.  

Schwierigkeiten beim Einführen von Tampons oder bei der gynäkologischen Untersuchung kommen hier ebenfalls oft vor.

files/content/blog/Aaa_CTAs/liquigel-cta.jpg

 

3.2. Sekundärer Vaginismus

Der sekundäre Vaginismus tritt erst später auf, z.B. nach einer längeren Zeit mit schmerzfreiem Sex. Meist folgt Vaginismus auf schmerzhafte Erkrankungen im Becken- und Genitalbereich.

Manchmal dauern die Schmerzen nach einer vaginalen Infektion auch länger an. Nicht selten bleiben die Schmerzen auch nach Abklingen der Erkrankung bestehen. Daraus resultieren wiederkehrende Schmerzen beim Sex.

Faktoren, die sekundären Vaginismus auslösen könnten:

  • Viele Frauen leiden unter Reizdarm, Verstopfung oder Hämorrhoiden

  • Eine schwere Geburt, Dammverletzungen

  • Operation im Intimbereich oder vaginale Operationen

  • Infektionen: Blasenentzündung, Harnweginfektion, vaginale Infektionen Scheidenentzündung(en)

  • Endometriose (Gebärmutterschleimhaut in anderen Geweben)

  • Schmerzen bei Untersuchungen der Harnröhre

  • Schmerzen während der Menstruation

  • Ängste, Stress, starke Verspannungen

  • Gewalterfahrungen, sexueller Missbrauch

 

4. Fehlende Lubrikation der Vagina (Scheidentrockenheit)

Bei fehlendem Liebesvorspiel oder unzureichender Stimulierung der erogenen Zone der Frau, wird die Scheide nicht genug erregt und überhaupt nicht feucht. Daraus resultiert eine trockene Scheide, die Schmerzen beim Sex auslösen kann. Bei unzureichender Feuchtigkeit der Scheide wird der sexuelle Kontakt wegen geringen oder fehlenden Lubrikation schmerzhaft. Dadurch werden die Scheidenkrämpfe stärker ausgeprägt.

 

 

Links, die euch interessieren könnten:

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Hinweis: Die Inhalte im Intim-Blog spiegeln persönliche Meinungen und Inhalte der jeweiligen Autoren wider. Es handelt sich um journalistische, nicht zwangsläufig ärztliche Abhandlungen. Fehler, Irrtümer und Falschaussagen können nicht ausgeschlossen werden. Um bestmögliche und stets aktuelle Prüfung sind wir selbstverständlich bemüht. Beachten Sie bitte auch, dass das Lesen eines Blogartikels keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Wir empfehlen Ihnen daher dringend grundsätzlich bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Kommentare werden nach redaktioneller Prüfung nach Möglichkeit beantwortet.

Diese Website nutzt Cookies sowie den Facebook-Pixel, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Auch kann mit Hilfe von Cookies nachvollzogen werden, wie unsere Marketingmaßnahmen auf Plattformen wie Facebook verbessert werden können. Informationen zum Facebook-Pixel, zu Cookies und dem Ihnen zustehenden Widerspruchsrecht erhalten Sie in unserem Impressum. Durch die weitere Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden.