Vaginitis / Kolpitis

Scheidenentzündung

Typische Beschwerden bei Scheidenentzündung sind Juckreiz und Brennen im Genitalbereich, ein Wundgefühl der Scheide sowie vermehrter Ausfluss © Piotr Marcinski - Fotolia.com

 

Was versteht man unter Kolpitis/Vaginitis?

Als Kolpitis (griechisch) oder Vaginitis (lateinisch) wird allgemein eine Entzündung der Vagina/Scheide verstanden. Wird das normale Scheidenmilieu gestört, kann eine Scheidenentzündung (Kolpitis/Vaginitis) entstehen (primär oder sekundär). Diese kann durch Viren, Pilze, Bakterien und/oder Protozoen (Einzellige Lebewesen) ausgelöst werden. Begünstigende Faktoren sind Östrogenmangel, Antibiotikatherapie bzw. übertriebene Intimhygiene.

 

Übertragung der Infektion

Während einige Bakterien sexuell übertragen werden, übertragen sich  andere durch Schmierinfektionen. Aber nicht nur Bakterien, sondern auch Hefepilze (Candida), Parasiten (Scabies) sowie Viren (Herpes-simplex-Viren Typ 2) und humane Papilloma-Viren (HPV) können so übertragen werden.

Die häufigsten Scheideninfektionen sind Candidakolpitis, bakterielle Vaginose (Aminkolpitis) und Trichomonadenkolpitis.

 

Wie wird die Scheidenflora gestört?

Eine gesunde und intakte Vagina/Scheide besitzt durch ihren sauren pH-Wert (Milchsäure/Laktobazillen) einen natürlichen Schutz gegen Entzündungen und Infektionen. Laktobazillen (Milchsäure, genannt auch Döderlein-Bakterien) dominieren in der gesunden Scheide und sorgen für einen sauren pH-Wert, der die Vagina vor der Ansiedelung krankhafter Bakterien und Erreger schützt.

Bei einer Störung der normalen Vaginalflora, verschiebt sich der pH-Wert in den alkalischen Bereich (pH > 4,4) und dies kann zu einer Kolpitis führen, entweder primär (große Menge schädlicher Keime dringen in die Scheide ein und störten das physiologische Scheidenmilieu) oder sekundär (schädliche Keime entwickeln sich auf dem Boden einer bereits gestörten Vaginalflora).

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Begünstigte Faktoren einer Kolpitis könnten sein:

Trockene Vaginalschleimhäute in der Menopause, Diabetes (Typ II), Östrogenmangel. Typisch ist die Verdrängung der physiologischen Vaginalflora, insbesondere der Milchsäure/Laktobazillen (Döderleinbakterien). Die häufigsten Erreger sind Pilze (Candida albicans, Gardnerella vaginalis), Bakterien aus dem Analbereich (z.B. E.coli), Trichomonaden und Chlamydien.

Weitere Faktoren, welche zu einem Anstieg des Scheiden-pH-Wertes führen, sind z.B. Östrogenmangel, (Wechseljahre, Hormonschwankungen), lange Antibiotikatherapien, zu häufige Scheidenspülungen.

Intimpflegeprodukte mit aggressiven Substanzen wie Seifen, Deo, Parfüm können das Scheidenmilieu jedoch negativ beeinträchtigen. Auch häufig wechselnde Geschlechtspartner oder Sexualpraktiken könnten eine Vulvitis begünstigen.

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Symptome bei Scheidenentzündung

Typische Beschwerden bei Scheidenentzündung sind Juckreiz und Brennen im Genitalbereich, ein Wundgefühl der Scheide sowie vermehrter Ausfluss. Auch Schmerzen beim Wasserlassen und beim Sex kommen oft vor.

Der Scheidenausfluss muss nach Menge, Konsistenz, Farbe und Geruch untersucht werden. Die Haut im Scheidenbereich ist oft gerötet, die – je nach Bakterien – auch Knötchen oder Bläschen entwickeln kann.

 

 

Links, die Sie interessieren könnten:

Quellen:
P. Jagfeld, Elisabeth (2014): Frauenheilkunde natürlich: Das Fachbuch für die Praxis. Books on Demand GmbH.
Hof, Herbert  & Dörries, Rüdiger (2014): Medizinische Mikrobiologie. Georg Thieme Verlag Stuttgart.
Füssle & Sziegoleit (2001): Praxis der Infektiologie: Organbezogene Diagnostik und Therapie. Springer-Verlag Berlin Heidelberg.
Petersen, Eiko-E. (2011): Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe: Lehrbuch und Atlas. Georg Thieme Verlag Stuttgart.

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