Weibliche Hormone - Gestagene

Progesteron – Das Gelbkörperhormon

Progesteron ist neben der Menstruationsregulation das Schutzhormon der Schwangerschaft© designer491 - Fotolia.com

Das wichtigste Gestagen ist das Progesteron, das vor allen in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus eine wichtige Rolle spielt. Nach dem Eisprung bereitet es die Uterusschleimhaut auf die Einnistung des Eies vor.

 

1. Wo wird Progesteron produziert?

Progesteron wird vom Gelbkörper im Eierstock produziert, daher wird es auch häufig Gelbkörperhormon genannt. Es ist neben der Menstruationsregulation das Schutzhormon der Schwangerschaft, da es die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft bewirkt.

Viele Menschen denken, dass es nur bei der Schwangerschaft eine wichtige Bedeutung hat und nennen es daher "Schwangerschaftshormon". Doch hat das Hormon auch im Alltag sehr entscheidende Bedeutung für einen stabilen Zyklus.

 

2. Warum ist das Hormon Progesteron so wichtig?

Progesteron wird in der zweiten Zyklushälfte im Gelbkörper gebildet, in das sich der Follikel nach der Ovulation umwandelt. Progesteron unterstützt die Einnistung der befruchteten Eizelle und sorgt für optimale Bedingungen für die Entwicklung einer Schwangerschaft.

Progesteron stabilisiert die Schwangerschaft, fördert die Ausreifung der Milchgänge und schützt vor einer weiteren Befruchtung. Wenn keine Befruchtung stattfindet, bildet sich der Gelbkörper zurück und dadurch kommt es zur Senkung des Progesteron-Blutspiegels sowie zur Menstruation.

Info-Tipp: Die weiblichen Geschlechtshormone: Wie beeinflussen Hormone unsere sexuelle Motivation und Lust?

 

3. Was ist der Unterscheid zwischen Östrogen und Gestagen?

Östrogene sorgen dafür, dass eine Schwangerschaft eintreten kann. Die Gestagene sind dafür zuständig, die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten. Die Funktionen des Progesterons sind nicht nur die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut für eine Schwangerschaft, sondern das Hormon hält den ganzen Körper lebendig und aktiv.

 

4. Wirkung des Progesterons auf die Geschlechtsorgane

  • Progesteron verjüngt das Gewebe, stärkt die sexuelle Lust (Libido) und wirkt zugleich entspannend.
  • Progesteron senkt die Spannung der glatten Muskelfasern, weswegen etwa Krampfadern besonders häufig während der Schwangerschaft auftreten.
  • Manche Frauen haben in der Pubertät zu wenig Progesteron. Typische Anzeichen bei einem Progesteronmangel sind z.B. das prämenstruelle Syndrom (PMS), Zyklusstörungen und manchmal wiederkehrende Eierstockzysten.
  • Die Gebärmutterschleimhaut wird für die Aufnahme des Eies vorbereitet.
  • Die Zervix wird nach der Befruchtung enger und vermindert die Durchgängigkeit für Spermien.
  • Erhalten einer Schwangerschaft
  • Entwicklung und Ausreifung der Milchgänge

 

5. Wirkung des Progesterons auf andere Organe

  • Verengung von Blutgefäßen und dadurch Blutdruckerhöhung
  • Erhöhung der Körpertemperatur in der zweiten Zyklushälfte um ca. 0,2 Grad

Gestagene werden oft in der Medizin als Verhütungsmittel und als Teil der Hormon-Ersatz-Therapie gegen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Eine erhebliche Nebenwirkung der Gestagene ist jedoch, dass sie Übergewicht fördern könnten.

Zu Beginn der Wechseljahre haben viele Frauen zu wenig Progesteron, da es in dieser Periode stärker sinkt. Die gute Nachricht ist, dass ein Progesteronmangel behandelt werden kann, z.B. durch regelmäßige Bewegung, Präparate etc. Bei der hormonellen Therapie sorgen Gestagene für eine regelmäßige Regelblutung. Die Blutwerte von Progesteron hängen davon ab, in welcher Zyklusphase man sich gerade befindet.files/content/blog/Aaa_CTAs/eBook-Schluss-mit-Tabus-Was-jede-Frau-ueber-Intimbeschwerden-und-Intimhygiene-wissen-sollte-banner.jpg

 

Jede Abweichung wirkt sich auf den Zyklus und damit oft auch auf die Fruchtbarkeit (Schwangerschaft, ungewollte Kinderlosigkeit) der Frau aus. Hat eine Frau vor den Wechseljahren Probleme schwanger zu werden, kann unter Umständen eine Hormontherapie helfen.

Während der Wechseljahre (Klimakterium) kann das Hormon-Ungleichgewicht die typischen Wechseljahrsbeschwerden hervorrufen. Die Hormonersatztherapie gegen Wechseljahrbeschwerden ist umstritten, da sich bei vorbelasteten Patientinnen das Krankheitsrisiko erhöht.

 
 

Links, die euch interessieren könnten:

Quellen:
Kleine-Gunk, Bernd (2010): Das Frauen-Hormone-Buch. TRIAS Verlag.
Straßburger-Lochow, Ilka & Waldmann-Rex, Susanne (2011): Gynäkologie und Geburtshilfe: Kurzlehrbuch für Pflegeberufe. Urban & Fischer Verlag.
Hoffbauer, Gabi & Fischer, Dorothea (2004): Gerne Frau!: Mein Körper--meine Gesundheit. Springer Verlag.
Horn, Florian (2005): Biochemie des Menschen: Das Lehrbuch für das Medizinstudium. George Thieme Verlag. Stuttgart.

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