Gestagenhaltige Kontrazeptiva

Östrogenfreie Pille und Minipille

Die Minipille ist eine östrogenfreie Pille & dient zur hormonellen Empfängnisverhütung © areeya_ann - Fotolia

Die Minipille stellt eine östrogenfreie Pille dar und dient der hormonellen Empfängnisverhütung. Sie verhindert Schwangerschaft. Im Unterschied zur Kombinationspille, die die Hormone Östrogen und Gestagen enthält, ist in der Minipille ausschließlichein Gestagen enthalten. Gestagene unterdrücken die Verflüssigung des Zervixschleims, wodurch das Aufsteigen der Spermien in den Uterus gestört wird.

 

Die östrogenfreie Pille (Pearl-Index 0,4)

Die östrogenfreie Pille enthält 0,075 mg Desogestrel und bewirkt eine sichere Ovulationshemmung. Diese Pille wird ohne Einnahmepause eingenommen, die Blister sind mit 28 Tabletten versehen. Wird die vergessene Einnahme vor 12 Stunden bemerkt, kann diese noch nachgeholt werden bei Beibehalten des Verhütungsschutzes.

Bei dieser Verhütungsmethode kommt es häufig zu einer geringeren Zyklusstabilität sowie zu Blutungsstörungen und/oder Verschlechterung des Hautbilds. Aus diesem Grund kommt die östrogenfreie Pille bei Mädchen und Frauen gegen Östrogen seltener zum Einsatz.

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Minipille (Pearl-Index 0,5 - 3)

Die Minipille ist ein niedrig dosiertes, reines Gestagenpräparat, das ohne pillenfreies Intervall täglich eingenommen wird. Die entscheidende Wirkung besteht in der zervikalen Viskositätserhöhung und verminderten Spinnbarkeit, durch welche das Aufsteigen der Spermien durch die Scheide in die Eileiter verhindert wird.

 

Doch wie wirkt die Pille eigentlich empfängnisverhütend?

Die klassische Minipille unterdrückt die Ovulation (Eisprung). Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird gehemmt, sodass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann. Weiterhin verdickt sich der Schleim im Gebärmutterhalskanal, sodass die Spermien ihn nur schwer passieren können.

Die Zuverlässigkeit der Minipille ist in besonderem Maße von der Genauigkeit der Einnahme abhängig. Für eine bessere kontrazeptive Sicherheit, muss die Minipille immer pünktlich zum gleichen Zeitpunkt eingenommen werden. Die maximalle zeitliche Toleranz bei vergessener Einnahme beträgt 3 Stunden. Der Pearl-Index liegt bei 0,5 - 3.

 

Für wen wird eine östrogenfreie Pille empfohlen?

Reine Gestagenmedikamente eignen sich besonders für die Anwendung

  • während der Stillzeit
  • bei Unverträglichkeit gegen synthetische Östrogene
  • bei älteren Patientinnen
  • bei Patienten mit erhöhtem Thromboserisiko
  • bei Migräne-Patientinnen
  • Frauen mit Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes mellitus

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Die "Pille danach"

Eine Sonderform der östrogenfreien oralen Kontrazeption ist die Notfall-Kontrazeption mit 1500 mg Levonorgestrel. Dabei müssen so früh wie möglich, spätestens nach 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr 2-mal 750 mg Levonorgestrel auf einmal oder im Abstand von 12 Stunden eingenommen werden. Typische unerwünsche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, vaginale Blutungen.

 

Ulipristal

Eine zuverlässige Alternative ist der partielle Progesteron-Antagonist Ulipristal. Diese "Pille danach" muss einmalig mit einer Dosis von 30 mg spätestens 120 Stunden nach einem ungeschützten Sex eingenommen werden. Bevor ihr die „Pille danach“ einnehmt, solltet bzw. müsst (Je nach Pille) ihr euren Frauenarzt oder Arzt kontaktieren, da diese z.T. verschreibungspflichtig sind.

 

 

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Quellen:
G. Oppelt, Patricia (2015):  Kinder- und Jugendgynäkologie. Thieme Verlag Stuttgart.
Gräfe, Karl Heinz & Lutz, Werner (2011): Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie. Thieme Verlag Stuttgart.

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