Verhütungsmethoden

Natürliche, mechanische und chemische Kontrazeptiva

Natürliche, mechanische und chemische Kontrazeptiva © Voyagerix - Fotolia.com

Heutzutage steht eine Vielzahl verschiedener Verhütungsmethoden zur Auswahl, die sich in der Zuverlässigkeit unterscheiden. Der Unterschied besteht lediglich in der Art und Dauer der Anwendung. Alle Methoden unterdrücken den Eisprung (Ovulation), indem die regelmäßigen Hormongaben dem Körper signalisieren, dass der natürliche Hormonpegel bereits ausreichend ist. Das funktioniert, solange die Hormongabe regelmäßig erfolgt.

Mithilfe des Pearl-Index kann die Zuverlässigkeit einer Kontrazeptionsmethode ausgewertet werden. Ein Pearl-Index von 5 bedeutet, dass 5 von 100 Frauen, die eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden, innerhalb eines Jahres schwanger werden.

 

1. Natürliche Verhütungsmethoden

Mit natürlichen Verhütungsmethoden können die fruchtbaren und unfruchtbaren Menstruationstage ermittelt werden. Darunter unterscheidet  man folgende Möglichkeiten:

1.1) Billingsmethode

Hierfür wird der Ovulationszeitpunkt durch Beurteilung des Zervixschleims bestimmt.

1.2) Messung der Basaltemperatur

Die Basaltemperatur wird täglich gemessen. 1 - 2 Tage nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur um bis zu 0,5 C an. Die unfruchtbare Zyklusphase erfolgt ca. 3 Tage nach der Temperaturerhöhung bis zur nächsten Regelblutung.

1.3) Hormonspiegelmessung

Hormonspiegelmessung im Urin anhand von Teststreifen. Die Ergebnisse werden durch Verhütungscomputer ausgewertet.

 

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2. Mechanische und chemische Verhütungsmethoden

2.1) Kondom

Das Kondom bietet weitegehend Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und ungewollter Schwangerschaft an. Kondome und Gleitgele können manchmal allergische Reaktionen auslösen.

2.2) Spermizide

Bei dieser Methode werden spermienabtötende Mittel in Form von Salben, Zäpfchen oder Gels in die Scheide eingebracht.

2.3) Portiokappe

Hierfür wird eine Kappe aus Silikon oder Latex auf die Portio aufgesetzt. Die Anwendung erfolgt meist in Kombination mit Spermizid.

2.4) Diaphragma

Das Diaphragma besteht aus Silikon oder Latex und wird kurz vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt, sodass es die Portio bedeckt. Es wird in Kombination mit Spermizid angewendet.

 

3. Hormonelle Verhütungsmethoden

Zur hormonellen Verhütung werden in der Praxis häufig Östrogene und Gestagene eingesetzt. Die verwendeten Hormone werden stets synthetisch, d.h. künstlich hergestellt.

Östrogen ist das wichtigste Hormon in Bezug auf die Eizellreifung und sorgt dafür, dass sich der Muttermund öffnet, die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und zugleich durchlässig für Spermien wird. Die kontrazeptive Wirkung der Östrogene beruht auf einer Hemmung der Follikelreifung.

Gestagene wiederum verhindern einen erneuten Eisprung, nachdem es bereits zur Einnistung eines befruchteten Eis in der Gebärmutter gekommen ist. Bei Einnahme von Gestagenen wird der Zervixschleim zäher, sodass Spermien schlechter durch den Gebärmutterhals eindringen können. Weiterhin verhindern gestagenhaltige Präparate die Einnistung des Eis und hemmen den Eisprung.

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3.1) Die Pille

Die Pille enthält Östrogen und Gestagen. Sie wird täglich eingenommen. Nach 21 Tagen erfolgt eine 7-tägige Pause, in der die Menstruation auftritt. Die Pille hat einen Pearl-Index, der zwischen 0,1 und  0,9 liegt.

Mittlerweile gibt es auch über 50 verschiedene Marken von so genannten Minipillen, die sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Dosierung voneinander unterscheiden.

3.2) Die Minipille

Die Minipille ist eine reine Gestagen-Pille und enthält keinerlei Östrogene. Auch sie wird täglich eingenommen. Für die Zuverlässigkeit der Minipille ist sehr wichtig, dass die Einnahme zur gleichen Tageszeit erfolgt. Hierfür gibt es keine Pillenpause.

Die Minipille ist geeignet für Frauen, die keine Östrogene einnehmen dürfen oder stillen. Sie führt manchmal zu unregelmäßigen Zyklen und Zwischenblutungen. Die Minipille mit Desogestrel hemmt auch den Eisprung und hat einen Pearl-Index von 0,14 - 3.

 

4. Weitere hormonelle Verhütungsmethoden

4.1) Hormonimplantant (Verhütungsstäbchen)

Das Hormonimplantant (Verhütungsstäbchen) ist ein reines gestagenhaltiges Depotstäbchen, das am Oberarm unter die Haut implantiert wird und sorgt für eine kontinuierliche Hormonabgabe. Das Hormonimplantant eignet sich für Frauen, die gegen Östrogene empfindlich sind. Der Pearl-Index liegt bei 0 - 0,08.

4.2) Der Vaginalring (Verhütungsring)

Der Vaginalring (Verhütungsring) stellt einen Kunststoffring dar, der Östrogen und Gestagen enthält und von der Frau in die Scheide eingelegt wird. Hormone werden dabei über die Vaginalschleimhaut resorbiert und entfalten eine systematische Wirkung im Organismus. Der Pearl-Index liegt bei 0,65.

4.3) Kontrazeptionspflaster (Verhütungspflaster)

Kontrazeptionspflaster (Verhütungspflaster) werden auf die Haut aufgeklebt und enthalten die Hormone Östrogen und Gestagen, die über die Haut resorbiert werden. Der Pearl-Index liegt bei 0,9.

 

 

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