Aufklärung, das erste Mal und der Umgang mit der Sexualität

Interview mit einem jugendlichen Paar

Interview zur Sexualtität Jugendlicher©Antonioguillem


Max* (19) und Mia* (17) sind seit sechs Monaten ein Paar und stellen sich heute meinen Fragen zum Thema Aufklärung und Sexualität.

 

Danke, dass Ihr Euch bereit erklärt habt, mir heute Rede und Antwort zu stehen! Könnt Ihr Euch noch erinnern, wann Ihr aufgeklärt wurdet und durch wen?

Max: In der 5. Klasse, in der Schule.
Mia: Im Kindergartenalter, durch meine Mutter und in der 4. Klasse ebenfalls von meiner Mutter, weil ich Fragen hatte.

 

Ihr sprecht die Mutter und die Schule an. Welche Rolle spielte denn die Familie insgesamt, aber auch der Freundeskreis und gerade die modernen Medien wie Internet, Smartphone und co.?

Max: Meine Familie geht offen mit dem Thema um, Vater besprach mit mir, was Pornografie bedeutet. Über das Smartphone verschickten Freunde von mir pornografische Inhalte, was eher spaßig gedacht ist.
Mia: In der Schule wurde ich (später auch) aufgeklärt, im Internet habe ich gesucht nach Tipps für das erste Mal, denn da hatte ich Hemmungen, meine Mutter zu fragen.

 

Also hattet Ihr persönliche Ansprechpartner, nutzt aber auch Smartphone und Internet. Welche Fragen wolltet Ihr denn konkret beantwortet haben?

Mia: Ich wollte beim ersten Mal nichts falsch machen, war neugierig und hatte dazu Fragen. Als ich meine erste Menstruation hatte, war ich mit dem Umgang mit Tampons überfordert, da ich im Urlaub ohne meine Mutter war und niemanden fragen konnte, habe aber keine hilfreichen Informationen gefunden.
Max: Ich hatte auch Fragen bezüglich des ersten Mals, ob anatomische Kenntnisse ausreichen, um alles richtig zu machen. Habe im Internet nach Ausreden gesucht, falls die Potenz ausfällt. Fragen habe ich zu besonderen Neigungen(Fetisch) warum es das gibt, konnte bisher keine schlüssige Antwort finden.

 

Das Internet bietet reichlich an Themen und sinnvoller Hilfe. Wenn man aber nach entsprechenden Begriffen sucht, kann man auch recht schnell und leicht mit Pornographie in Kontakt kommen. Ist Euch das schon einmal passiert, z.B: über Freunde oder direkt im Internet?

Max und Mia: Ja

 

Hat dies Eure Vorstellung von Sexualität in der Realität beeinflusst?

Mia: Ich finde es eklig, unästhetisch und lehne die meisten Formate ab. Die romantische Vorstellung von Sex zwischen zwei Partnern, die sich lieben, entspricht eher meiner Realität.
Max: Ich finde Pornografie amüsant, sie stellt aber für mich kaum einen Bezug zu meiner Realität her und ich hätte auch kein Bedürfnis, Sex so, wie er in diesen Filmen gezeigt wird, zu praktizieren.

 

Ihr wirkt beide sehr offen. Wie erlebt Ihr Euren Freundeskreis zum Thema Aufklärung, wird offen über Sex gesprochen oder ist es ein Tabu?

Max und Mia: Es ist ein sehr offener Umgang grundsätzlich, aber der größte Teil der Mädchen ist zurückhaltender in seinen Äußerungen in der Gruppe. Einige Freunde wechseln unserer Meinung nach zu häufig den Partner, was uns nicht gefällt.

 

Da bin ich neugierig. Wie und was wird be-/gesprochen?

Mia: Meine Freundin berichtet mir, wenn sie mit einem Freund intim war und erzählt Details, da sie in keiner festen Partnerschaft ist.
Max: Einige Freunde prahlen mit ihren Erlebnissen und versuchen andere ebenfalls zum Erzählen zu bringen. Mit dem vertrauten besten Freund und auch meinem Bruder bespreche ich auch Bedenken, Situationen bezogen auf Sex.

 

Ihr beide wirkt auf mich gut informiert. Fühlt Ihr Euch heute gut aufgeklärt?

Mia: Im Umgang mit Sex fühle ich mich sicher, aber mit körperlichen, hormonellen Situationen fühle ich mich oft noch unsicher.
Max: Da stimme ich Mia zu.

 

Gibt es denn offene Fragen zum Thema, die bisher nicht beantwortet wurden?

Max: Mich interessiert, ob auch im höheren Alter noch das Bedürfnis nach Sex besteht. Ich habe meine Großeltern dazu befragt und sie berichteten mir, dass das Bedürfnis nicht mehr so stark ist, da für sie andere Themen in ihrem Leben eine größere Rolle spielen. Meine Mutter, die in der Altenpflege tätig ist erzählt häufiger davon, dass die Bewohner nachts die körperliche Nähe suchen und dann am Morgen in anderen Betten gefunden werden.

 

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Ich finde es sehr beeindruckend, dass Du Dir darüber in Deinem Alter Gedanken machst und auch Fragen dazu stellst! Zum Thema Aufklärung gehört ja auch die Verhütung, wie sieht es da bei Euch aus?

Mia und Max: Wir verhüten mit Kondomen. Wir sind im Umgang sicher, aber Restzweifel bestehen und wir hoffen, dass das Material hält.

 

Noch ein kleiner Test – Mal sehen ob Ihr in Biologie gut aufgepasst habt: Was wisst Ihr über den weiblichen Zyklus?

Mia: Alle 28 Tage wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Die Eierstöcke produzieren die Eizellen und innerhalb der ersten 6 Tage reift eine heran, wandert in den Eierstock und nistet sich dann hoffentlich nicht ein, da sie unbefruchtet bleibt.
Max: Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, welche Hormone zuständig sind, aber den Prozess kenne ich.

 

Die wichtigen Fakten kennt Ihr - gar nicht so schlecht!
Nun sind wir schon bei meiner letzten Frage angelangt.
Was wisst Ihr über Intimhygiene und Pflege?

Mia: Waschen mit pH- neutralem Pflegemittel, regelmäßig, täglich. Ich rasiere mich, weil ich es als hygienischer empfinde. Der pH der Scheide ist sauer und hält so die Bakterien und Pilze fern.
Max: Ich wasche mich mehrmals täglich mit Seife oder Duschbad, da ich mich so wohler fühle.

Vielen Dank für Eure Offenheit, Euren Mut und die interessanten Antworten!
*Namen geändert

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