Hormone & sexuelle Motivation

Die weiblichen Geschlechtshormone: Wie beeinflussen Hormone unsere sexuelle Motivation und Lust?

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Sexualhormone (Geschlechtshormone) sind für die Fortpflanzung und Entwicklung der weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmale verantwortlich. Die Geschlechtshormone steuern sowohl die Gefühle und den emotionalen Zustand als auch die Fruchtbarkeit, die körperliche Entwicklung und unser Sexualverhalten.

 

Wie beeinflussen Hormone unsere sexuelle Motivation und Lust?

Die Sexualfunktionen von Männern und Frauen werden durch das männliche Sexualhormon Testosteron und die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Gestagene ausgelöst und gesteuert.

 

1. Wo werden die Hormone produziert?

Die Sexualhormone der Frau werden vor allem in den Eierstöcken produziert, in geringerem Maße in der Nebenniere, im Fettgewebe sowie während der Schwangerschaft in der Plazenta. Die Produktion und Ausschüttung wird durch übergeordnete Hormone wie z.B. Gn.RH aus dem Gehirn (Hypothalamus und Hypophyse) gesteuert.

Die Produktion und Freisetzung von Geschlechtshormonen wird hauptsächlich durch das Hormon Gonadoliberin, gesteuert. Gn-RH wirkt auf die weiblichen Keimdrüsen und fördert die Bildung von Östrogenen und Gestagenen. Somit steuern sie zusammen mit diesen Geschlechtshormonen die Menstruation (Regel) und eine eventuelle Schwangerschaft.

Das Hormon Gn-RH (Gonadoliberin) wird im Hypothalamus produziert. Es ist dasjenige Hormon, das die Ausschüttung der zwei verschiedenen Sexualhormone FSH und LH aus der Hypophyse anregt. Somit steuert es die gesamte Sexualfunktion von Mann und Frau.

 

2. Eiweiß- und Proteohormone

FSH = follikelstimulierendes Hormon wird üblicherweise am Anfang des Zyklus (Menstruation) ausgeschüttet und stimuliert die Eierstöcke zur Östrogenbildung. Somit bewirkt es die Reifung der Eizelle zum sprungreifen Follikel.

LH = luteiniesierendes Hormon wird vor allem in der Mitte der Periode ausgeschüttet. Es regt zusammen mit dem FSH den Eisprung (Ovulation) und die Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper an.

Das Hormon "Prolaktin" stimuliert das Wachstum der weiblichen Brüste und die Milchproduktion bzw. Milchbildung während der Stillzeit. Prolaktin wird durch den Saugreiz des Babys beim Stillen in der Hypophyse ausgelöst.

Oxytocin bewirkt während der Geburt die Wehen und beim Stillen die Entleerung der Milchbläschen. Das Hormon wird durch Dehnung des Uterus bei der Geburt und den Saugreiz beim Stillen ausgeschüttet.

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3. Welche sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone?

Aufgrund der Struktur und Synthesewege werden die Hormone häufig in drei Gruppen eingeteilt:

1) die Östrogene

2) das Gelbkörperhormon/Progesteron (Gestagen)

3) und in geringen Mengen männliche Hormone (Androgene 4=Testosteron, Androstendio, DHEAS-S ).

3.1. Östrogene

Östrogen gehört zu den wichtigsten weiblichen Hormonen. Das wichtigste Östrogen ist das Östradiol. Östrogene fördern die Entwicklung der weiblichen Sexualorgane wie Vagina und Uterus. Östrogene fördern in der Pubertät die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale bei der Frau und beeinflussen das Knochenwachstum.

Das Hormon wird hauptsächlich in den Follikeln der Eierstöcke gebildet und spielt eine wichtige Rolle bei der Ausreifung einer Eizelle. Das Hormon Östrogen wird besonders in der ersten Hälfte der Periode ausgeschüttet und aus Testosteron gebildet.

Zusammen mit dem Hormon LH bewirkt Östrogen die mögliche Einnistung der befruchteten Eizelle, die Erweiterung des Gebärmutterhalses sowie die Verflüssigung des Zervixschleims, damit die Spermien leichter durchdringen können. Sobald eine Schwangerschaft vorgekommen ist, wird Östrogen von der Plazenta produziert.

3.2. Wirkung des Östrogens auf die Geschlechtsorgane:

  • Wiederaufbau der Gebärmutterschleimhaut nach der Menstruation
  • Weitstellung der Zervix zur Zeit der Ovulation (Eisprung)
  • Förderung der Eileiterbeweglichkeit
  • Verflüssigung des Zervixschleims, um den Spermiendurchtritt zu erleichtern.
  • Förderung von Brustentwicklung und Brustwachstum. Östrogene bereiten die Brust auf die Milchproduktion vor.

3.3. Wirkung des Östrogens auf andere Organe:

  • Förderung des Knochenbaus und des Fettstoffwechsels
  • Steigerung der Libido (Sexuallust)
  • Erweiterung der Blutgefäße, wodurch der Blutdruck sinkt.
  • Östrogene schützen Frauen während der fruchtbaren Jahre vor einem Herzinfarkt
  • Wirkung des Östrogens auf die Hypophyse: Die LH-Ausschüttung kurz vor der Ovulation wird ausgelöst.

 

4. Östrogen-Dominanz

Doch Östrogen hat nicht nur positive Eigenschaften. Eine Östrogen-Dominanz kann zu vielen Gesundheitsbeschwerden führen: z.B. Reizbarkeit, Depressionen, Kopfschmerzen, Prämenstruelles Syndrom (PMS), Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen.

Bei den Hormonen geht es nämlich oft um das Verhältnis zueinander und weniger um die absolute Menge.

Teil II: Sexualhormone: Androgene – auch für Frauen wichtig

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Links, die euch interessieren könnten:

Quellen:
Kleine-Gunk, Bernd (2010): Das Frauen-Hormone-Buch. TRIAS Verlag.
Straßburger-Lochow, Ilka & Waldmann-Rex, Susanne (): Gynäkologie und Geburtshilfe: Kurzlehrbuch für Pflegeberufe
Hoffbauer, Gabi & Fischer, Dorothea (): Gerne Frau!: Mein Körper--meine Gesundheit.
Horn, Florian (2005): Biochemie des Menschen: Das Lehrbuch für das Medizinstudium. George Thieme Verlag. Stuttgart

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