Kontrazeption / Empfängnisverhütung

Der Vaginalring als Verhütungsmethode

Der Vaginalring als Verhütungsmethode © euthymia - Fotolia.com

Über 60 % aller Frauen weltweit im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, die verhüten wollen, wenden hormonelle Verhütungsmethoden an. Dabei haben sich die Angebotsmöglichkeiten in den letzten 10 Jahren deutlich erweitert. Es findet sich heute ein große Auswahl an Kontrazeptiva, die eine Kombination aus Östrogen und Gestagen enthalten (klassische Pille, Vaginalring oder Hormonpflaster) und reinen Gestagenen (Gestagenpille, Hormonspirale, Hormonimplantant, Dreimonatsspritze).

 

Was ist ein Vaginalring (Verhütungsring)?

2003 wurde der vaginale Verhütungsring (Nuva-Ring) eingeführt. Dabei handelt es sich um einen flexiblen, transparenten, 4mm dicken Ring von 54 mm Durchmesser aus Enthylenvinylacetat. Der Vaginalring enthält 2,7 mg Enthinylestradiol und 11,7 mg Etonogestrel.

 

Wie wird ein Vaginalring eingesetzt?

Der Hormonring bietet durch den Wegfall der täglichen Einnahme auch eine gute Alternative. Der Vaginalring wird von der Frau selbst in die Scheide eingeführt (ähnlich wie beim Tampon) und sollte so weit nach oben geschoben werden, bis der Sitz als angenehm empfunden wird.

 

files/content/blog/Aaa_CTAs/eBook-Schluss-mit-Tabus-Was-jede-Frau-ueber-Intimbeschwerden-und-Intimhygiene-wissen-sollte-banner.jpg

 

Ab wann ist ein Verhütungsring wirksam?

Der Vaginalring wird für 3 Wochen in die Scheide eingelegt, gefolgt von 7 Tagen Pause, in der die Menstruation kommt. Nach der Periode wird der Ring wieder eingelegt.

Täglich werden 15 mg Ethinyestradiol und 120 mg Etonogestrel vom Ring freigesetzt, die über das gut resorbierende Vaginalepithel aufgenommen werden. Der Vaginalring setzt über 3 Wochen kontinuierlich Hormone frei. Sie werden über die Scheidenwand aufgenommen und wirken damit systematisch zur Ovulationshemmung. Dies bedingt eine hohe Zyklusstabilität und bringt nur geringe östrogenbedingte Nebenwirkungen mit sich.

Die kontinuierliche Hormonfreisetzung führt trotz eines konstant niedrigen Hormonserumspiegels zu einer Hemmung der Ovulation und zu guter Zyklusstabilität. Der Pearl-Index bei dieser Verhütungsmethode liegt bei 0,4 - 0,65.

 

Ab wann ist ein Verhütungsring geeignet?

Der Vaginalring sollte bei unter 16-Jährigen nicht als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden, da bisher unklar ist, ob 20-mg-haltige Kontrazeptiva auch negative Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel haben könnten.

files/content/blog/Aaa_CTAs/actigel-cta.jpg

 

Was ist der Pearl-Index?

Unter dem "Pearl Index" wird die Zahl der ungewollten Schwangerschaften trotz Anwendung einer Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres bei 100 Frauen verstanden.

Methoden- und Gebrauchssicherheit werden nach der von Pearl entwickelten Formel berechnet: Sx1200/Z

  • S = Anzahl der unbeabsichtigten Schwangerschaften
  • Z = Anzahl der Anwendungszyklen
  • 1200 = Umrechnungsfaktor auf 100 Frauen (12 Zyklen pro Jahr)

 

Verhütungspflaster

Ebenfalls seit 2003 gibt es auf dem Markt ein 20 cm großes Matrixpflaster, das eine Gesamtmenge von 600 mg Ethinylestradiol und 6 mg Norelgestromin enthält.

Dabei werden täglich 20 mg EE und 150 mg Norelgestromin in relativ konstanter Weise freigesetzt. Pro Periode werden drei Pflaster auf den Bauch, das Gefäß, die Außenseite der Oberarme und den Oberkörper mit Ausnahme der Brüste appliziert und verbleiben dort 7 Tage. Die vierte Woche ist pflasterfrei, es kommt zu einer Entzugsblutung.

Das Verhütungspflaster vermeidet wie der Verhütungsring intrahepatische Wirkstoffspitzen. Das Pflaster hat gute Hafteigenschaften, jedoch sind Hautirritationen nicht selten. Der Pearl-Index liegt beim Pflaster bei 0,9.

 

 

Links, die euch interessieren könnten:

 

Quellen:
Diedrich, Klaus (2007): Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer Verlag Heidelberg

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Hinweis: Die Inhalte im Intim-Blog spiegeln persönliche Meinungen und Inhalte der jeweiligen Autoren wider. Es handelt sich um journalistische, nicht zwangsläufig ärztliche Abhandlungen. Fehler, Irrtümer und Falschaussagen können nicht ausgeschlossen werden. Um bestmögliche und stets aktuelle Prüfung sind wir selbstverständlich bemüht. Beachten Sie bitte auch, dass das Lesen eines Blogartikels keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Wir empfehlen Ihnen daher dringend grundsätzlich bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Kommentare werden nach redaktioneller Prüfung nach Möglichkeit beantwortet.

Diese Website nutzt Cookies sowie den Facebook-Pixel, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Auch kann mit Hilfe von Cookies nachvollzogen werden, wie unsere Marketingmaßnahmen auf Plattformen wie Facebook verbessert werden können. Informationen zum Facebook-Pixel, zu Cookies und dem Ihnen zustehenden Widerspruchsrecht erhalten Sie in unserem Impressum. Durch die weitere Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden.