Die dauerhafte genitale Erregung

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Dauerhafte genitale Erregung

Im Rahmen meiner Recherchen zur Sexsucht oder auch Hypersexualität genannt, stieß ich auf ein Syndrom, welches mir bisher völlig unbekannt war.

Es heißt PGAD- Persistent genital arousal disorder und beschreibt die dauerhafte Erregung der Betroffenen, die bis zu 250 Orgasmen am Tag führen kann. Die Erregung passiert ungewollt und ohne psychisches, sexuelles Verlangen. Dadurch kann die PGAD auch von der Hypersexualität unterschieden werden. Die Symptome der Erregung halten über einen längeren Zeitraum (Stunden, Tage bis Monate) an. Orgasmen lindern die Erregung kaum und ausgelöst werden kann die Erregung auch durch nichtsexuelle Situationen.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Sie beschreiben ein Kribbeln, Brennen oder Pulsieren im Genitalbereich bis hin zu schmerzhaften Empfindungen. Männer berichten von Samenergüssen ohne Erektion.

Da das Krankheitsbild noch nicht lange bekannt ist, gibt es keine aussagekräftigen Zahlen bezüglich der Auslöser und Ursachen. Einige wenige Untersuchungen liefern mögliche Zusammenhänge zu hormonellen Veränderungen, Medikamenten, psychische Belastungen, Medikamenten und Substanzen. Auch neurologische, muskuläre Erkrankungen und Gefäßerkrankungen traten in Zusammenhang mit PGAD auf.

Die Scham der Betroffenen ist sehr groß und die Hürde, über die Problematik zu sprechen, sehr hoch. Wenn Frauen sich an ihren Arzt wenden, fühlen sie sich nicht ernst genommen und haben häufig das Gefühl, als psychisch instabil wahrgenommen zu werden.

Auch die Therapie gestaltet sich schwierig, da es bisher keine gesicherten Kenntnisse bezüglich der Ursachen gibt. Wichtig ist, dass alle möglichen Erkrankungen und Medikamente sowie die Lebensweise in die Diagnostik einbezogen werden und dann Therapieversuche unternommen werden. Wenn die betroffenen Personen einen starken Leidensdruck verspüren und ihr Leben durch PGAD massiv eingeschränkt ist, sollten sie unterstützend eine psychotherapeutische Begleitung erhalten.

Wie ich feststellen musste, bin ich mit meiner Unwissenheit zu PGAD nicht allein. Bekannt ist es in meinem Freundes- und Kollegenkreis ebenfalls nicht. Also bleibt aufmerksam und im Gespräch, denn so fassen eventuell betroffene Frauen den Mut, darüber zu sprechen.

Weiterhin gute Intimgesundheit

wünscht Euch Nancy

 

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