Frauenleiden

Beckenbodenschwäche: Senkung der Gebärmutter

Mit Beckenbodenschwäche oder Prolaps wird eine Senkung der Gebärmutter und/oder der Scheide bezeichnet © staras - Fotolia.com

Was bedeutet es für eine Frau, wenn der Arzt eine Senkung der Gebärmutter bzw. eine Beckenbodenschwäche diagnostiziert?

Viele Frauen reagieren voller Angst, empfinden Trauer und gewisse Unsicherheit. In den meisten Fällen ist ein intensives und regelmäßiges Beckenbodentraining ausreichend, um einer Verschlechterung des Befundes entgegenzuwirken und mögliche Beschwerden zu vermeiden.

 

Funktionen des Beckenbodens

Der Beckenboden hat drei Hauptfunktionen: anspannen, entspannen und reflektorisch gegenhalten.

Das Anspannen ist für die Sicherung der Kontinenz unerlässlich. Dabei unterstützt die Beckenbodenmuskulatur maßgeblich den unteren Teil der Harnröhre, die Schließmuskeln der Harnblase und des Afters.

Beim Wasserlassen und beim Stuhlgang kommt es zu einer Entspannung des Beckenbodens. Weiterhin entspannt sich der weibliche Beckenboden beim Geschlechtsverkehr.

Das reflektorische Gegenhalten d.h. das Aufbauen eines unwillkürlichen Gegendrucks durch den Beckenboden, ist z.B. beim Husten, Niesen, Lachen, Hüpfen und Tragen notwendig. Geschieht dies nicht, kann es zum plötzlichen Abgang von kleineren Harnmengen kommen.

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Was versteht man unter "Beckenbodenschwäche/Prolaps"?

Mit Beckenbodenschwäche oder Prolaps wird eine Senkung der Gebärmutter und/oder der Scheide bezeichnet. Hierbei kommt es durch eine Insuffizienz des Halteapparates der Gebärmutter und nachlassender Beckenbodenstabilität zu einem Tiefertreten des Uterus in die Scheide.

Tritt die Gebärmutter über den Jungfernhäutchensaum hinaus, spricht man von einem Vorfall (Prolaps), der teilweise oder vollständig sein kann, d.h. es treten Organe im Stehen aus der Scheide heraus. Dies ist für Betroffene besonders unangenehm.

Zusammen mit der Senkung der Gebärmutter geht meist auch eine Senkung der Scheide einher. Bei einer Scheidenwandschwäche können auch benachbarte Organe (Blase, Darm) betroffen sein.

 

Was sind die Ursachen für eine Senkung der Gebärmutter?

Generell gibt es viele Faktoren, die eine Beckenbodenschwäche begünstigen können:

  • Meist ist es eine angeborene Bindegewebeschwäche oder sind es Belastungen durch Schwangerschaften, Geburten (besonders schwere, langdauernde operative Geburten), Muskelschwäche, Übergewicht und Gewebeabbau bei Hormonmangel nach der Menopause.

  • Unzureichende Rückbildungsgymnastik nach dem Wochenbett

  • Östrogenmangel in der Menopause

  • Operative Eingriffe im kleinen Becken

  • Schwere körperliche Arbeit, besonders ständiges Heben schwerer Lasten

  • Adipositas

 

Wir wird eine Senkung des Uterus diagnostiziert?

Um festzustellen, ob eine Senkung vorliegt bzw. um deren Ausprägung einzuschätzen, wird eine Untersuchung mit dem Spekulum durchgeführt.

 

Was sind spürbare Symptome bei einer Senkung des Beckenbodens?

Eine Beckenbodensekung kann verschiedene Symptome hervorrufen:

  • Inkontinenz: Je steiler der Winkel zwischen Blase und Harnröhre ist, umso mehr ist die Blase in ihrer Fähigkeit beeinträchtigt, den Urin zu halten und es kommt im schlimmsten Fall zum unwillkürlichen Harnabgang.

  • Ein weiteres Problem sind die chronischen Blasenentzündungen, die die betroffenen Frauen oft über Jahre hinweg begleiten können. Begünstig wird dies durch eine Aussackung der Blase in die Scheide, bei der nach dem Wasserlassen ständig gewisse Restharnmengen in der Blase zurückbleiben.

  • Senkungs- und Druckgefühl "nach unten"

  • Verstopfung

  • Diffuse Unterbauch- und Rückenschmerzen

  • Orgasmusprobleme sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

 

Durch die nachlassende Stabilität des Beckenbodens kann auch die Lage der Blase verändert werden und der Blasenverschlussmechanismus herabgesetzt sein. Als Folge tritt ein unfreiwilliger Urinverlust auf, der sich beim Lachen, Husten und Pressen bemerkbar macht. Das ist häufig das erste Symptom, das auf eine Beckenbodenschwäche bei einer Frau hinweist.

Bereits bestehende Probleme mit der Urininkonsistenz können zu Folgeproblemen führen wie z.B. Harndrangsymptome, Blasenentleerungsstörungen und evtl. damit verbundene Harnwegsinfektionen.

Manchmal kann ein Beckenbodentraining helfen, die Symptome zu lindern. Letztendlich kann eine stark ausgeprägte Senkung der Gebärmutter aber in der Regel nur operativ behoben werden.

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Wann operiert man?

Operiert werden sollte jedoch erst, wenn eine Therapie über mindestens 3 Monate angewandt nicht zum Erfolg führte und das Gewebe durch lokale Vorbehandlung auf die Operation gut vorbereitet wurde.

 

Links, die Euch interessieren könnten:

Quellen:
Schewior-Popp, Susanne & Sitzmann, Franz (2012): Thiemes Pflege (großes Format): Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. GU Georg Thieme Verlag Stuttgart.
Corvin, Stefan & Hamme, Hauke (2010): Volkskrankheit Harninkontinenz: das Selbsthilfe-Buch. Mankau Verlag

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